Springe zum Inhalt

Gemeinsam statt einsam – Weihnachten für Alleinstehende

Es war ein regennasser, kühler Abend, der Heiligabend 2019. Und dennoch sollte dieser Abend einigen alleinstehenden Menschen etwas Freude in ihr Leben bringen. Sie waren eingeladen zur Weihnachtsfeier für Alleinstehende von der Trägerschaft des A-Treffs in Heerbrugg.

Nicht alle mochten oder konnten den Weg zum Kirchgemeindehaus Balgach selber gehen, daher wurden sie abgeholt vom eigens eingerichteten Fahrdienst. In der Aula traf sich die Festfamilie zum Apero und zum kennen lernen. Dann, etwa um halb sieben, öffnete sich die Tür zur Stube unter Klaviermusik und Gesang. Die offene Tür gab den Blick frei auf den leuchtenden Christbaum und auf 36 festlich geschmückte Sitzplätze und erinnerte an die gute Stube von anno dazumal.

Ein reichlich bestücktes Buffet mit Salaten, Vorspeisen und Suppe, wohlportioniert in appetitliche Häppchen, zog die erste Aufmerksamkeit auf sich. Nach herzhaftem Zuspruch war der erste Hunger gestillt. Nun las Felix Indermaur die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium vor. Die Teilnehmer stimmten ein in die nachfolgenden Lieder, die von Barbara und Nina Sonderegger mit Flöte und Klavier begleitet wurden. Dann wirkten die Helfer in der Küche und in der Stube und brachten das Käsefondue auf die Tische. Beinahe symbolisch wurde das Thema des Abends mit dem gemeinsamen Fondue-rühren gerecht: Gemeinsam statt einsam. In der unaufgeregten heiteren Stimmung entwickelten sich die verschiedensten Gespräche.

Nach dem Abräumen wurden zwei Weihnachtsgeschichten aus der Ostschweiz zum Besten gegeben, anschliessend sangen die Anwesenden weitere Weihnachtslieder. Esther Indermaur eröffnete das von ihr kreierte Dessert-Buffet, das mit acht verschiedenen Schmankerln zum Naschen verführte. Nach weiteren Liedern durften die Helferinnen und Helfernahrhafte  Geschenke an die Eingeladenen verteilen. Die Geschenke lösten durchwegs Freude aus.

Die Festfamilie löste sich gegen 22 Uhr auf. Die Teilnehmer bedankten sich überschwänglich für den besinnlichen und doch freudigen Abend bei den mithelfenden Familien Sonderegger und Indermaur. Unser ganz besonders herzliches Dankeschön gilt aber den Spendern, die den ganzen Anlass mit ihren grosszügigen Gaben selbsttragend ermöglicht haben und sogar noch einen kleinen Betrag dem A-Treff zukommen lassen konnten.          

Felix Indermaur (fib)

Bereits zum vierten Mal fand am Samstag, 16. November 2019, in der evangelischen Kirche Heerbrugg die „Ökumenische Nacht der Lichter Mittelrheintal“ statt. Ein Projektchor unter der Leitung von Popularmusikerin Sina Knaus führte die Gemeinde durch die eingängigen Melodien, die noch lange bei den Besuchern nachklangen. Das Gebet war nach der Tradition der Gemeinschaft in Taizé gestaltet, wie Pfarrerin Manuela Schäfer anfangs erläuterte. Die von Kerzen erleuchtete Kirche hatte eine stimmungsvolle Atmosphäre, besonders auch als das Licht durch die Reihen gegeben wurde. Die von Pfarrerin Ursula Lee gelesenen Worte aus dem 1. Korintherbrief wurden in der Stille von den Anwesenden bedacht: „Über allem aber steht die Liebe“. Im Anschluss wärmten sich die Gottesdienstbesucher am Feuer mit einem Punsch auf. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der regelmässig stattfindenden regionalen Auftakt-Gottesdienste organisiert.

59

Heerbrugg  Am 10-Jahr-Jubiläum des A-Treffs vom Samstag, 18. Mai 2019, durfte sich das A-Treff-Team auf zahlreiche Gäste freuen. Zeitweise war das Lokal zum Bersten voll, begleitet von Lachen und angeregten Gesprächen.

A-Treff-Präsident Werner Stein wies in seiner Begrüssungsansprache auf das starke Wachstum und den damit höheren Spendenbedarf des A-Treff hin. Nur dank der Unterstützung privater und institutioneller Sponsoren klönne der A-Treff seine segensreiche Tätigkeit auch in Zukunft weiterführen.

Auch Behördenvertreter der Ortsgemeinden, Politischen Gemeinden und der Kantonalkirche liessen es sich nicht nehmen, einen Blick in die gemütlichen Räumlichkeiten zu werfen, von den Empanadas zu kosten und die Jubiläumstorte zu geniessen.

A-Treff-Präsident Werner Stein wies in seiner Begrüssungsansprache auf das starke Wachstum und den damit höheren Spendenbedarf des A-Treffs hin. Nur dank der Unterstützung privater und institutioneller Sponsoren könne der A-Treff seine segensreiche Tätigkeit auch in Zukunft weiterführen. Ein Rasta-Zöpfchen-Corner und Tangomusik rundeten das gute Jubiläums-Feeling ab.

Ein Rasta-Zöpfchen-Corner und Tangomusik rundeten das gute Jubiläums-Feeling ab.

1

Am 16. Februar 2009 öffnete der A-Treff in Heerbrugg, der Treffpunkt für Armutsbetroffene, seine Türen. Durch den Abbau von Schwellenängsten und den allgemeinen Bevölkerungszuwachs im Mittelrheintal hat sich die Gästezahl seit der Gründung in etwa verfünffacht.

Werner Stein und Silvia Meile, Präsident und Stellenleiterin des A-Treffs.

Es ist Donnerstag, 13. November 2008, 19 Uhr. Gut ein halbes Dutzend Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden Balgach, Berneck-Au-Heerbrugg und Diepoldsau-Widnau-Kriessern begibt sich auf eine Wanderung durch das zentral gelegene Heerbrugg. Eine Wanderung, die aussichtslos scheint. Denn trotz intensiver Suche und Aufrufen in der Presse konnte kein Aufenthaltsraum für Armutsbetroffene gefunden werden. Nun versucht man es auf «direktem Weg». Und siehe da: Unterwegs stösst die Gruppe auf eine verwaiste ehemalige Schuhmacherwerkstatt an der Berneckerstrasse 217. Markus Bänziger, damals Diakonieverantwortlicher der Kirchgemeinde Balgach sowie Initiant und Leiter dieser Gründungs- und Begleitgruppe, kontaktiert den Eigentümer, erkennt das Potenzial des Standorts und schliesst einen Mietvertrag ab.

Hilfreiches Angebot mit Highlight

Bereits am 16. Februar 2009 kann der A-Treff (abgeleitet von «aatreffe») eröffnet werden. Damit beginnt eine Erfolgsgeschichte, die auch nach 10 Jahren fortgeschrieben werden kann. Der Begegnungsort für Armutsbetroffene ist im Mittelrheintal bis heute einzigartig geblieben: ein Aufenthaltsraum mit kostenloser alkoholfreier Bewirtung, eine Spielecke für Kinder, eine wöchentliche Lebensmittelabgabe und eine Kleiderbörse. Ein besonderes Highlight sind die Weihnachtsfeiern für Alleinstehende, die vom A-Treff-Begleitgruppenmitglied und -Helfer Felix Indermaur initiiert und organisiert werden. Diese finden an Heiligabend statt. Eingeladen sind alle, die gemeinsam Weihnachten feiern wollen. Dass sich darunter viele Einsame und auch A-Treff-Gäste befinden, versteht sich von selbst. Die gute Durchmischung sorgt für Begegnungen, Bekanntschaften und Freundschaften.

Lebensmittel bedürfnisgerecht zusammengestellt

A-Treff-Stellenleiterin Silvia Meile ist die Frau der ersten Stunde – und auch nach 10 Jahren unermüdlichem Engagement immer noch vital und beseelt. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sie rekrutiert und führt die freiwilligen Helferinnen und Helfer, welche die A-Treff-Gäste betreuen – von der Bewirtung über Gespräche, Hilfestellungen bei Bewerbungen und Behördenkontakten bis zur Lebensmittelabgabe. «Am Anfang standen mir fünf Helfende zur Seite, heute sind es 24», erzählt Silvia Meile, und belegt das starke Wachstum an einem weiteren Beispiel: «Bei der Gründung kamen 15 Personen zur Lebensmittelabgabe, heute sind es 77.» Dieses Wachstum hat aber nichts mit gestiegenen Begehrlichkeiten zu tun. Denn Silvia Meile pflegt einen intensiven Austausch mit allen Sozialämtern in der Region Mittelrheintal. Nur wer einen von diesen Ämtern ausgestellten Ausweis besitzt, hat Zugang zur Lebensmittelabgabe. Silvia Meile: «Damit die Betroffenen nicht lange anstehen müssen, packen wir ihnen die Lebensmittel bereits in Tragtaschen ab. Dabei berücksichtigen wir die Wünsche, Bedürfnisse und kulturellen Eigenheiten jedes Einzelnen.»

Starkes Wachstum erfordert mehr Unterstützung

Im Frühling 2012 bezog das A-Treff-Team neue, frei gewordene Räume – direkt im Haus nebenan, an der Berneckestrasse 219. Dank der grösseren und besser strukturierten Fläche ist eine noch bessere Betreuung der Gäste möglich. Anfang 2013 übernahm Werner Stein von Markus Bänziger das Amt als Diakonieverantwortlicher der Kirchgemeinde Balgach und trat damit auch die Nachfolge als Präsident der A-Treff-Begleitgruppe an. «Von vielen privaten, gewerblichen und institutionellen Spendern wird der A-Treff mit Geld, Sachspenden und Esswaren – hier vor allem auch von der St.Galler Tafel – grosszügig unterstützt», freut sich Werner Stein. «Da die Gästezahl seit der Gründung kontinuierlich gestiegen ist, freuen wir uns auf weitere Spenderinnen und Spender.»

Gezielter Einsatz der Spendengelder

Mit den Spendengeldern geht das A-Treff-Team sehr sorgfältig um. Das Geld wird verwendet für die Lokalmiete, Strom, Wasser, Lebensmittelzukäufe und Getränke für die Bewirtung der Gäste. Die Helfer – oft selbst nicht auf Rosen gebettet – erhalten eine kleine Spesenentschädigung. Stellenleiterin Silvia Meile erhält einen für Sozialzeitengagements üblichen Stundenlohn, der weit unter marktüblichen Löhnen liegt. Aufgrund des gestiegenen finanziellen Bedarfs haben auch die Evangelischen Kirchgemeinden im Mittelrheintal ihre Beiträge an den A-Treff erhöht. Dennoch sind weitere Spenden sehr willkommen: IBAN CH06 0900 0000 9000 4994 3, Evang. Kirchgemeinde, Kassieramt, 9436 Balgach Vermerk: «A-Treff».

Thomas Widmer

Willkommen bei WordPress. Dies ist Ihr erster Beitrag. Bearbeiten oder löschen Sie ihn und beginnen Sie mit dem Schreiben!